Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

Orientierung auf dem Gelände der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

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1 Open-Air-Ausstellung

Die Open-Air-Ausstellung stellt mit Fotos, Originaldokumenten sowie Zitaten und Zeichnungen von Überlebenden die Geschichte des Todesmarsches des KZ Sachsenhausen und des Lagers im Belower Wald im April 1945 dar. Sie beschäftigt sich darüber hinaus mit der Räumung anderer Konzentrationslager, mit den viel zu wenigen Prozessen gegen die Täter und mit der Geschichte des Gedenkens an die Todesmärsche. Die durchscheinenden Ausstellungstafeln aus Glas sind parallel zum historischen Waldgelände aufgestellt und kommunizieren mit der Umgebung.

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2 Vitrine mit Fundstücken

Herzstück der Ausstellung ist eine Open-Air-Vitrine, in der Fundstücke aus dem Belower Wald gezeigt werden. Zu sehen sind unter anderem Besteckteile aus dem Besitz der Häftlinge, Reste von Konserven aus den Lebensmittelpaketen des internationalen Roten Kreuzes und von Häftlingen selbst hergestellte Schachteln und Reiben.

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3 Steg

Von der Vitrine führt ein Steg in das historische Gelände des Waldlagers, wo die gezeigten Fundstücke geborgen wurden. Er leitet die Besucherinnen und Besucher in das Gelände des historischen Waldlagers.

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4 Waldgelände

Das historische Waldgelände misst etwa 500 m mal 400 m. In diesem Waldstück mussten sich im April 1945 rund 16.000 bis 18.000 Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen mehrere Tage unter freiem Himmel ohne jede Versorgung aufhalten. Zahlreiche Spuren verweisen bis heute auf dieses provisorische Lager: An etwa einhundert Bäumen befinden sich Einritzungen, die zum Teil schwer erkennbar sind. Außerdem konnten fast 4.000 Fundstücke geborgen werden.

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5 Museumspfad

Der Museumspfad führt die Besucherinnen und Besucher zu einigen der interessantesten Bäume, die unterschiedliche Spuren des Waldlagers tragen, und zu mehreren Rekonstruktionen provisorischer Unterkünfte. Sieben schmale Glastafeln entlang des Pfades helfen dabei, die zum Teil nur noch schwer zu entziffernden Spuren zu lesen. Der Pfad beginnt beim Steg und endet beim Mahnmal. Der Gang durch das Waldgelände auf dem Museumspfad dauert etwa 35 Minuten.

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6 Buche mit Einritzungen

An vielen Buchen finden sich Schnitzereien und Einritzungen der Häftlinge, manche sind noch sehr gut, andere kaum noch zu erkennen. Diese Buche enthält eine noch recht gut erhaltene Schnitzerei, die wohl eine Rübe darstellen soll, außerdem einen fünfzackigen Stern, der vermuten lässt, dass ein sowjetischer Häftling Urheber dieser Schnitzerei ist.

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7 Kiefer mit fehlender Rinde

Die eindrucksvollsten historischen Spuren im Belower Wald sind wohl die Kiefern, an denen auch heute noch großflächig die Rinde fehlt. Die Häftlinge haben im April 1945 die Rinde entfernt, um sich in ihrer Verzweiflung davon zu ernähren. Mit selbst hergestellten Reiben, wie sie in der Vitrine der Außenausstellung zu sehen sind, haben sie die Rindenstücke zerrieben und das so entstandene Sägemehl mit Wasser aus Gräben oder Pfützen zu einem Brei verrührt, den sie über offenem Feuer erhitzt und gegessen haben.

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8 Rekonstruktion eines provisorischen Unterstands

Diejenigen unter den Häftlingen im Waldlager, die körperlich noch dazu in der Lage waren, bemühten sich, provisorische Unterstände aus Zweigen und Laub zu bauen, in denen sie dicht gedrängt die Nacht verbrachten, um sich auf diese Weise zumindest ein bisschen vor Kälte und Nässe zu schützen. Die Gedenkstätte hat in mehreren Projekten mit jungen Menschen einige solche Unterstände rekonstruiert.

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9 Buche mit Einritzungen

Die Einritzungen und Schnitzereien an den Buchen stellen meist Namen und Zahlen dar, auch Symbole und Bilder einzelner Gegenstände. In diese Buche wurde ein ganzes Landschaftsbild geschnitzt: ein Haus mit Steg und Boot. Vielleicht die Heimat, nach der der Urheber sich sehnte? Auffallend an dieser Schnitzerei ist außerdem, dass sie als einzige weit unten am Stamm angebracht und wohl im Liegen entstanden ist. Möglicherweise war der Urheber krank oder erschöpft.

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10 Mahnmal

Die Mahnmalsanlage wurde 1975 eingeweiht. Außer der Stele mit Plattform und Fahnenstangen gehört ein Fahnenplatz auf der anderen Seite der Straße dazu. Hier wurden in der Zeit der DDR die Fahnen der 18 Nationen gehisst, aus denen die Häftlinge stammten. Auf dem so genannten Appellplatz versammelten sich die Kundgebungsteilnehmer. Die Stele auf dreieckigem Grundriss und drei keramischen roten Winkeln stellt einen Bezug zum Obelisken in der Gedenkstätte Sachsenhausen her.

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11 Pädagogische Projektwerkstatt

In dem 1981 errichteten Gebäude befand sich das so genannte Todesmarschmuseum. 2002 zerstörte ein neonazistischer Brandanschlag einen der beiden Ausstellungsräume. Im Rahmen einer umfassenden Neugestaltung der Gedenkstätte wurde das Gebäude 2010 zu einer pädagogische Projektwerkstatt mit Veranstaltungs- und Seminarräumen umgebaut. Durch eine flexible Raumgestaltung und mobiles Mobiliar finden bei der Projektarbeit auch mehrere Kleingruppen Platz.

Interaktiver Lageplan